Alexander McQueen
Der King der Provokation
Es war Alexander McQueen, der David Beckham auf dem Cover des Männermodemagazins "Arena Hommes plus" im Schwulen-Look inszenierte und damit die Bewegung der Metrosexualität auslöste. Der britische Star-Designer provozierte gern: Bei der diesjährigen Pariser Fashion Week jagte er seine Models in Hufen über den Laufsteg. Auf den Modeschauen sollte "Prêt-à-Porter" vorgeführt werden – McQueen präsentierte allerdings eine schrille Kollektion fernab von tragfähiger Mode.
Zwischen Monstern und Perfektion
McQueens Inspirationsquellen reichten vom Mittelalter zum Rokoko bis hin zur byzantinischen Kunst. Der Designer kombinierte die romantische Vorstellung der Vergangenheit mit digitalen Mustern aus der Gegenwart. Seine Visionen schienen oft düster, das Makabere weit jenseits des britischen Humors faszinierte ihn. Freaks und Monster auf der einen Seite, übermenschliche Perfektion auf der anderen Seite. In diesem Spannungsfeld entlud sich das unbestrittene Talent. Vier Mal wurde Alexander McQueen zum Designer des Jahres gewählt. In seinem persönlichen Auftreten war er bescheiden. Als Sohn eines Londoner Taxifahrers hat McQueen schon als Kind Kleider für seine Schwestern entworfen. Stets wollte er Designer werden, arbeitete zunächst bei den renommierten Schneidern der Savile Row, bei Anderson & Sheppard und Gieves & Hawkes. "Stichbitch", Stichhexe, war sein Spitzname, weil er Zeit seiner Karriere auf außerordentliche Näh-Perfektion bestand
Abschied in Einsamkeit
Der große Modeschöpfer hat seine Fans nie gelangweilt. Seine Entwürfe waren schrill und exzentrisch, brillant und überraschend. Privat litt McQueen unter Einsamkeit. Mit 40 Jahren entschied er sich dafür, sein Leben zu beenden. Am 11. Februar 2010 wurde er tot in seinem Londoner Appartement gefunden.